">

Komplexität meistern
Das Gefüge von Ursachen und Wirkungen erkennen

Die Formulierung eines (problematischen) Sachzusammenhangs ist gebunden an einer linearen grammatikalischen Struktur. Einer Problematik liegt aber ein multirelationales, nicht-lineares und Gefüge von Ursachen und Wirkungen zugrunde. Eine tragende Problemlösung benötigt daher eine Einsicht in das problemrelevante Wirkungsgefüge.

Beim gemeinsamen, fachübergreifenden Erfassen einer Probematik geht es insbesondere um das Plädieren eigener und das Erkunden fremder  Annahmen. Durch den Austausch von Meinungen und Argumenten wird nach einer gemeinsame getragenen, durch Plausibilität gestützten Sicht der Dinge gesucht. Die (oft sprachgebundenen) Vorstellungen sind bei vielen Personen die wirkungsvollste Basis für die Formulierung eines Problems. Daher wirken die Grenzen des sprachlichen Ausdrucksvermögens in vielen Fällen als Erkenntnisgrenzen der für-wahr-genommenen Welt.

Während Sprache linear–sequentiell und eher monokausal verläuft, sind Problemsituationen durch eine nicht-lineares, komplexes Zusammenspiel vieler Einflussgrößen gekennzeichnet. Um dieses Zusammenspiel zu erkunden, werden Einflussfaktoren auf einem einheitlichen Abstraktionsniveau benannt, mit einer kurzen Arbeitsdefinition fixiert und mit messbaren Deskriptoren konkretisiert. Wirksame Beziehungen werden jeweils durch einen Pfeil markiert. In moderierter Form werden eigene und fremde Gedanken(gänge) erkundet und "plausible" Meinungen, Urteile und Argumente vorgetragen.

Auch wenn das Wirkungsgefüge nicht zu einem simulationsfähigen Modell ausgebaut werden sollte, erarbeiten die Beteiligten ein gemeinsames Verständnis der bearbeiteten Problematik: Rückbezügliche Beziehungen zeigen, dass Argumente und Gegenargumente in ihrem Geltungsanspruch oft deutlich eingeschränkt sind. Das Erreichen eines Zieles erweist sich oft als Mittel für ein anderes Ziel, das selbst Mittel eines weiteren Zieles ist. Aus einzelnen vertrauten Ziel-Mittel-Relation werden mehrstufige, bisher unbekannte Gefüge von Zielen und Mitteln. Insbesonder Führungskräfte sind oft stark davon irritiert, formulierte Ziele als Mittel für andere Zielen zu erkennen und einen formulierten Endzweck als Finalisierung der eigenen Begründungsstruktur zu entlarven. Zudem erschüttern erkannte rückbezügliche Beziehungen bislang gewohnte Denkweisen und erweitern die eigene Erkenntnis.

Das erarbeitete Ergebnis besteht in der Regel aus einem Wirkungsgefüge, das auch kontraintuitive neue Einsichten eröffnet sowie aus einem Paket von Maßnahmen, dass eine gute Antwort auf die Eröffnungsfrage liefert und die (selbstorganisierten) Steuerungsfähigkeiten der Organisation verbessert.

Bei Interesse treten Sie einfach mit mir in > Kontakt <.


Meine Fachbücher über das Meistern von Kompexität:
  • Über die Systemtheorie, Berlin 2013   >> link    
  • Wirkungsgefüge, Bern u. a 2012   >> link
  • Szenariotechnik, Bern u. a. 2006   >> link


.
Begegnung!





 
Gefüge von Ursachen und Wirkungen
Ein Wirkungsgefüge zeigt: Ziele sind oft Mittel für andere Ziele, Endzwecke sind oft eine Finalisierung der Begründungsstruktur und  rückbezügliche Beziehungen erschüttern gewohnte Denkweisen.