Ein Dialog ist eine besondere, vertiefte Form des zwischenmenschlichen Gesprächs von Menschen in der direkten Begegnung. Im Zentrum steht das Erleben von eigenen und das Erkunden von fremden Vorstellungen, Gedanken, Gefühlen und Beurteilungen. Das aktive Teilnehmen an Dialogen fördert die Fähigkeit des Treffens von verbindlichen Abmachungen und nachhaltigen Entscheidungen mit hoher Akzeptanz.

Der Begriff Dialog weist hin auf die griechischen Wortwurzeln διά diá‚ [hin-]durch und λόγος lógos ‚Wort, Rede; also διάλογος diá-logos: das Fließen von Worten. Ein Dialog meint also ein offenes Gespräch zwischen zwei oder mehreren Menschen in der direkten Begegnung. Die einander gestellte Grundfrage dabei lautet: „Wie denkst Du darüber und wie schaffst Du es, so zu denken?
Diese Frage legt eine Spur zu dem, was den beteiligten Personen wirklich und bedeutsam ist. Und sie macht aus (bislang) unvertrauten Personen miteinander vertraute Menschen in einer tragfähigen Partnerschaft.

Auf dem Weg zu einer tragfähigen Offenheit gegenüber den Beteiligten, dem Gesagten, dem sich Zeigenden und dem umhüllenden Schweigen hat es sich immer wieder als hilfreich erwiesen, folgende Grundfertigkeiten einzuüben:

  • den Körper Leib beruhigen und im Gemüt in eine unvoreingenommene Gelas­senheit ausbreiten können (RUHEN)
  • aus einem äußeren und inneren Schweigen heraus auf sich einwirken lassen können, was das Gehörte in mir auslöst (ZUHÖREN)
  • auf Abwertung, Schuldzuweisung und Kritik gegenüber den Themen und den Beteiligten verzichten können (RESPEKTIEREN)
  • Gedanken beobachten und Emotionen nachspüren können, ohne in eine Fixie­rung zu verfallen (SUSPENDIEREN)
  • mit der eigenen, authentischen Sprache aussprechen können, was sich mir aus dem inneren Schweigen heraus zeigt (ARTIKULIEREN)

Es hat sich als ratsam erwiesen, auf dem Weg dahin unterschiedliche Übungen zur Förderung der eigenen Sensibilität für
– das aktuelle Empfinden des eigenen Körpers
– das Beobachten der momentanen eigenen Gedanken
– das Erspüren von aufsteigenden eigenen Gefühlen
– das Mitgestalten von Zeiten der äußeren und inneren Stille
zu praktizieren. Durch diese Übungen werden persönliche Erfahrungen möglich, die es bewusst zu durchdenken gilt, um tragfähige Dialoge wirkungsvoll mitgestalten zu können.

ölksdvhöadhj