Die digitale Transformation verändert die Art der (verteilten) Wertschöpfung. Zunehmend ist mit Mehrdeutigkeiten und Unsicherheiten umzugehen. Zu erreichende Resultate sind auszuhandeln und nicht einfach auszurechnen. Die Zusammenarbeit orientiert sich an Koordination und Kooperation (Übungsfall) sowie an Konkurrenz (Ernstfall). Handeln Akteure weder ausschließlich in Kooperation noch ausschließlich in Konkurrenz, wird dies Koopetition genannt: Netzwerkpartner kooperieren in einigen Aktivitäten miteinander (z. B. Forschung) und konkurrieren zugleich in anderen Aktivitäten miteinander (z. B. Absatz).

In jedem Fall wird bezweckt, dass das Zusammenspiel von Einzelbeiträgen sowohl einen hohen Wirkungsgrad (Effizienz) als auch einen hohen Zielerreichungsgrad (Effektivität) aufweist. Oftmals werden neuartige Eigenschaften bewirkt (Emergenz). Hergeleitete Möglichkeiten des Handelns werden anhand erwarteter Folgewirkungen beurteilt. Zahlen werden sinnerfassend aufbereitet und adressatenorientiert kommuniziert. Sind verfügbare Informationen unscharf und/oder unsicher, wird statt einer optimalen Lösung ein zufriedenstellendes Vorgehen (Satisficing) angestrebt, das möglichst viele Anspruchsgruppen befriedigt. Die Wirkung der aufgrund kognitiver Grenzen und der Tendenz zu Opportunismus kaum zu vermeidenden Defizite werden dadurch stark eingegrenzt und ein „problematisches“ Verhalten entpuppt sich zumeist als eine Resonanz auf beobachtete Bedingungen bzw. Gegebenheiten. Jede Form der Weiterentwicklung der arbeitsteiligen Zusammenarbeit setzt somit primär an den Verhältnissen an und keinesfalls an den Verhaltensweisen einzelner Akteure. Rationalität wirkt dabei im Kern als kommunikative Konstruktionsleistung, deren Anwender letztlich Interpreten dieser Konstruktion sind. Auch deshalb werden Resultate ausgehandelt und nicht ausgerechnet.

Vor diesem Hintergrund ist mein professionelles Handeln davon geprägt, aus grundlegenden Prinzipien (Theorien) Vorgehensweisen (Methoden) herzuleiten, durch ein trainierbares Handeln (Technik) zu konkretisieren und mit einem Instrument zu vollziehen, um ein vorab definiertes Ziel zu erreichen. Beispielweise wird das Prinzip Nachvollziehbarkeit eines Standpunktes wird mit dem Sensemaking in eine Vorgehensweise überführt, mit der Technik des bewussten Abbruchs des unendlichen Regress in ein Handeln konkretisiert, das mit dem Instrument des bewussten Treffens von Grundannahmen vollzogen wird, um das Ziel einer akzeptierbaren Begründung zu erreichen. Immer wieder ist es nötig abzuwägen statt einfach abzuzählen.

Ich bin unterwegs als Hochschullehrer für Organisationsdesign und Entscheidung im Fachbereich Wirtschaft der FH Vorarlberg. In meiner akademischen Lehre sind das begründete Entwerfen und das gezielte Beurteilen von Möglichkeiten des Handelns von zentraler Bedeutung. Die Studierenden erleben in verschiedenen Kontexten, das sie in Praxisprojekten mit  regionalen Unternehmen und in angeleiteten Kleingruppen-Übungen ihre Resultate  auszuhandeln haben und nicht einfach ausrechnen können.

Als Berater begleite ich Fach- und Führungskräfte durch ihnen (bislang) unbekanntes Gelände. Ausgangspunkt meiner Beratung ist, dass Menschen durch Beobachtung und durch Beschreibung ihrer Ergebnisse eine Wirklichkeit konstruieren. Im Rahmen von (Selbst)Reflexionen erkunde ich zusammen mit den Klienten, welche Möglichkeiten sich dadurch eröffnen.
Aufgrund des unbedingt nötigen engen Vertrauensverhältnis gebe ich grundsätzlich keine Referenzen an.